Tipps zur Unterscheidung von LED Flutlichtern

Die LED Technik bietet viele Vorteile zur Senkung laufender Kosten durch Energie- und Wartungseinsparungen. Allerdings ist ein Vergleich der verschiedenen Systeme und Hersteller für die meisten Anwender ein sehr schwieriges Unterfangen. In diesem Blog versuchen wir Ihnen einfache und verständliche Mittel in die Hand zu geben, die eine Unterscheidung bzw. Vergleich vereinfachen.

  • Lichtplan: wichtigstes Mittel zur Bestimmung der Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit. Dabei sind die mittlere Beleuchtungsstärke und die Gleichmäßigkeit die entscheidenden Kriterien. Wichtig für die Lichtqualität ist die erreichte Gleichmäßigkeit und Ungleichmäßigkeit.
    Zu beachten hierbei: der Plan kann/darf nach Norm bis zu 10% von der Realität abweichen. Zu großen Abweichungen kann es kommen, wenn nicht korrekte Lichtdateien für die Berechnung benutzt werden (oftmals fand keine Vermessung der Leuchten durch externe Vermessungsinstitute). 
  • Lumen Werte der Leuchte: für eine Auswahl absolut unnötig, da diese wenig Aussagen zur tatsächlich erreichten Beleuchtungsstärke auf der Fläche geben. Dabei weichen die Lumen die auf der Fläche ankommen sehr stark vom den in den Datenblätter angegebenen Werten ab. Wichtig ist die tatsächlich erreichte Helligkeit auf der Fläche d.h. Lumen je Quadratmeter = LUX. 
  • Gewicht der Leuchte: hat einen Einfluss auf die Standsicherheit der Masten bzw. einen großen Einfluss auf Statiken. Grundsätzlich je geringer je besser!
  • Windangriffsfläche: Größter Einfluss auf die Standsicherheit von Masten.
    Wichtig: oftmals werden dabei nur die Werte bei 0° horizontaler Aufstellung angegeben. Dies ist allerdings meistens nicht der Fall. D.h. die tatsächliche Angriffsfläche ist weitaus höher und kann daher die Standsicherheit extrem beeinflussen. Aus Haftungsgründen ist es daher sinnvoll sich vom Anbieter eine entsprechende Bestätigung der maximalen Windangriffsfläche der Leuchten für das Projekt geben zu lassen.
  • Einschaltströme: viele erhältliche LED Leuchten haben einen Einschaltstrom der bis zu dem 4-fachen des Nennstroms betragen kann. Gerade im Flutlichtbereich sind daher Leuchten ohne Einschaltstrom zu bevorzugen.
  • Dimmung: Für die meisten Anwendungen sinnvoll. Die LED Technik ist ideal dafür geeignet, daher sollte Dimmung eigentlich Standard sein.
  • Dimmungssteuerung:
    via Funk: z.B. ZigBee: der Funkstandard für sichere Beleuchtungssteuerung.
    via Kabel: z.B. DMX: der Standard für Lichtshows; DALI: der Standard für Gebäude Beleuchtungen
  • Oberflächentemperatur: lt. BUND sollten für den Insektenschutz die Oberflächentemperaturen von Leuchten nicht über 60°C liegen. Wie auch bei den HQI kann auch bei LED Flutlichtern dieser Wert überschritten werden. Viele Anbieter geben diesen Wert nicht an!
  • Offen liegende Kabel an den Leuchten: ein gefundenes Fressen für Vögel.
  • Kabelausgänge/Kabelverschraubungen nach oben: großes Risiko für späteren Wassereinbruch und Beschädigung.
  • Elektrischer Anschluss:
    230 VAC / 400 VAC ?
    Leistung ?
    Max. Strom ?
    Integrieter oder externer LED Treiber (mehr Verkabelungsaufwand)
  • WEEE Nr.:  Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) müssen die Hersteller oder die Anbieter in Deutschland registriert sein und eine WEEE Nr. vorweisen können um Elektronik Produkte vertreiben/verkaufen zu dürfen. Eine Überprüfung ist einfach unter https://www.ear-system.de/ear-verzeichnis/hersteller möglich.
  • Farbtemperatur: wird in Kelvin angegeben. Im Sport sowie der Industrie sind tageslichtweisse Beleuchtungen ab 5000 K am sinnvollsten und zu bevorzugen
  • Farbwiedergabeindex Ra (CRI): wird bei LED über 14 bzw. 15 Referenzfarben ermittelt. Dabei sind es 8 Pastellfarben die auch bei Metall-Halogen (HQI) verwendet werden und weitere kräftige Grundfarbtöne (bei HQI nicht). Einen höheren Ra Wert ergibt einen höhere Farbdarstellung der beleuchteten Objekte, sprich es steigert die Lichtqualität. Typisch für heutige LED Flutlichter sind Ra von 70-80. Gute LED Beleuchtungen haben einen RA von ca. 80.
    Im TV Bereich auch Ra 90 und mehr (allerdings fraglich ob diese für heutige Kameras und Videobearbeitung tatsächlich notwendig ist). Dabei zu beachten: je höher der Ra desto geringer die Leuchten Effizienz, da die Beschichtung der LED aufwendiger ist. 
  • Lichtstabilität der LED: Auch LED verlieren in der Nutzungsdauer an Helligkeit. Die Höhe hängt von sehr vielen Faktoren wie LED Qualität, Bestromung, Wärmeabfuhr etc. ab. Sehr gute LED Leuchten erreichen extrem gute Werte von max. 2% Lichtverlust 10000 Stunden unter Volllast.
  • Wartungsfaktoren: bezeichnet einen Korrekturfaktor im Lichtplan in dem der Lichtverlust der Leuchte und den Lichtverlust durch Verschmutzung (typisch auf ein Jahr gerechnet) berücksichtigt wird.
    Typische Werte im Freien: 0,90 - 0,95 (Abhängig vom LED Lichtleistungsverlust der Leuchte)
    Typische Werte innen: 0,80 - 0,90 (Abhängig vom LED Lichtleistungsverlust der Leuchte)
  • Lebensdauer: hier wird nahezu immer den Wert des LED Chips angegeben. Dieser liegt in je nach Hersteller etwa zwischen 25000-60000 Stunden. Bei Außen Anwendungen wie z.B. Sportstätten ist dieser vernachlässigbar, da höchstwahrscheinlich andere verwendete elektrische Komponenten, wie z.B. Kondensatoren, versagen werden. Typische Berechnung dazu: bei 50000 Stunden und 500 Stunden jährliche Betriebszeit, könnte der LED Chip 100 Jahre funktionieren. 
  • Garantie: bezieht sich auf die komplette Leuchte und entsprechender Jahresangabe. Unterscheidung hierbei: was beinhaltet die Garantie? Vor Ort Reparatur im Garantiefall? Geschwindigkeit im Garantiefall?
    Zertifizierter Hersteller - Reparaturbetrieb?
  • Ballwurfsicherheit: speziell in Hallen notwendigLichtemission: Informationen dazu unter https://www.lai-immissionsschutz.de. Bei LED Außenbeleuchtungen werden hierfür die vertikale Aufhellung an den Gebäuden (bis 22 Uhr max. 3 Lux) sowie die entsprechende Blendung der Lichtquelle (k< 64) ermittelt.
    LED Licht ist dabei als Konstant Lichtquelle zu betrachten.
    Dies ist ein sehr aufwendiges Gebiet das daher von vielen Anbietern nicht beachtet bzw. verschwiegen wird. Zusätzlich sind noch etliche Lichtdateien fehlerhaft, d.h. man kann oftmals erst bei einem Gutachter sehen, ob die Lichtdateien der Leuchten überhaupt einen Emissionsberechnung zulassen. 
  • UV Anteil im Licht: Wichtig für den Insektenschutz. Abhängig von dem verwendeten LED Chip
  • Flickerfrei: wichtig für TV Aufnahmen. Dabei gibt es große Unterschiede in der Güte. Abhängig von dem verwendeten LED Treiber bzw. dessen Qualität